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Donnerstag, 21.04.2011:
20-Jährige ins Bordell gezwungen
Der 29-jährige Yasin G. muss sich vor dem Landgericht dafür verantworten, dass er die 20-jährige Monika T. zur Prostitution gezwungen hat. Der Haupttäter lernte das Opfer in einer Spielhalle kennen.
Köln - Yasin G. droht einen hohe Strafe. Seit Mittwoch muss sich der 29-Jährige vor dem Landgericht dafür verantworten, die neun Jahre jüngere Monika T. zur Prostitution gezwungen zu haben. Dabei geholfen habe ihm die mitangeklagte Necla C. (28), die selber zwei Jahre lang als Hure gearbeitet hat.Nur zwei Tage im November 2010 umfasst die Tatzeit, doch es reicht zu einer Vielzahl von Vorwürfen: Zuhälterei, Menschenhandel „zum Zweck der sexuellen Ausbeutung“, Freiheitsberaubung und schwere räuberische Erpressung.Zudem ist Yasin G. angeklagt, gegen das Waffengesetz verstoßen zu haben. Während er über seinen Anwalt weitgehend einräumte, was ihm zur Last gelegt wird, ließ Necla C. ihren Verteidiger ausführen, sie habe von einem Zwang zur Prostitution nichts gewusst.
Laut Staatsanwalt hat sich Folgendes abgespielt: In einer Spielhalle am Eigelstein lernte der Angeklagte, der dort als Aufsicht arbeitete, Anfang November Monika T. (Name geändert) kennen. Sie war aus Kassel angereist. Schnell bekam Yasin G. mit, dass die junge Frau keine Perspektive hatte: Sie war ohne Schulabschluss, Arbeit und festen Wohnsitz.Monika T. fuhr zurück, und sie hielten Kontakt. Zusammen mit Necla C., mit der Yasin G. liiert war, erkundigte er sich im Bordell Pascha, ob eine „gemeinsame Freundin“ hier arbeiten könne. Wenige Tage später holten sie Monika T. in Kassel ab. Necla C. hatte ihr Reizwäsche besorgt.Am Abend es 20. November lieferten sie die Frau, die sich in der Branche nicht auskannte, im Pascha ab. Sie nannte sich „Susan“ undnahm die Arbeit auf.
Mit Messer bedroht und geschlagen
Als sie am nächsten Tag Yasin G. nur einen Teil der eingenommenen 240 Euro abgeben wollte, fuhr er sie in ein Industriegebiet, bedrohte sie mit einem Messer und schlug ihr ins Gesicht. Sie gab ihm das restliche Geld. Später schloss er sie in der Wohnung von Necla C. ein. Gegen 15 Uhr fuhr er sie erneut ins Pascha. Sie vertraute sich jemandem an, der ihr half, das Bordell zu verlassen. Auf der Polizeiwache Nippes erstatte sie Anzeige.
Yasin G. bestritt am Mittwochvormittag,ein Messer eingesetzt zu haben. Auch habeer die Tür der Wohnung nicht abgeschlossen, sondern nur „von außen den Schlüssel abgezogen“. Necla C., die Atteste über eine psychische Erkrankung vorlegen ließ, gab an, Yasin G. habe sie nach Auflösung der Verlobung nicht in Ruhe gelassen; sie habe sogar ein Kontaktverbot erwirkt. Doch unter Druck habe sie ihn wieder bei sich wohnen lassen und eingeschüchtert manches mitgemacht, was ihrnicht gepasst hätte.Über Monika T. sagte Necla Cs. Anwalt: „Meine Mandantin hatte den Eindruck, dass sie sich freiwillig auf die Arbeit als Prostituierte einlässt.“ Reizwäsche habe sie nicht gekauft.
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