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Freitag, 19.08.2011:

24-Jähriger will 51-Jährige zum Sex zwingen: Gericht verhängt ein Jahr Freiheitstrafe auf Bewährung

Koblenz - Er will Sex, sie will erst das Geld sehen. Darüber war ein junger Mann so sauer, dass er eine Prosituierte in Koblenz verletzte. Deshalb stand er jetzt vor Gericht.


Die Geschichte, mit der sich der 24-Jährige reinwaschen wollte, klang so abstrus, dass ihn Richter Helmut Feit nach wenigen Minuten mit den Worten stoppte: „Das Gericht lässt sich nicht verschaukeln.“ Darauf meinte der Angeklagte: „Jetzt sage ich gar nichts mehr.“ Klarheit brachten dann die Zeugen, und das Koblenzer Schöffengericht verurteilte den jungen Mann nun wegen sexueller Nötigung und Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr.
Es ist der 25. Januar 2011. Eine 51-jährige Prostituierte steht am Lützeler Straßenstrich und wartet auf Freier. Gegen 21.30 Uhr kommt ein Auto, hält an. Ein Mann steigt aus, kommt auf die Frau zu und fragt nach dem Preis. Sie nennt ihn, er willigt ein. Sie steigt in den Wagen und nennt ihm die Stelle, wo er hinfahren soll. Dort angekommen, passt ihm der Ort nicht. Er ist ihm zu hell. „Hier und sonst nirgendwo“, sagt die Frau. Er gibt nach. Beide steigen aus. Er schiebt die Frau auf den Rücksitz und setzt sich neben sie.
Der 24-Jährige will gleich zur Sache gehen, doch die Prostituierte verlangt Vorkasse. Das sei so üblich, meint sie. Doch der Mann will nicht zahlen, sondern sofort Sex. „Ich wollte raus aus dem Wagen, aber er hielt mich fest, wollte mich ausziehen. Ich wehrte mich. Er verletzte mich am Arm. Schließlich gelang es mir, die Wagentür zu öffnen, beschoss ihn mit meinem Pfefferspray und flüchtete“, schilderte die Frau vor Gericht.

Ihr Mann passt immer auf
Die 51-Jährige ruft ihren Mann, der in der Nähe ist und auf sie aufpasst. „Das tut er immer.“ Beide rufen die Polizei. Doch der 24-Jährige ist zunächst verschwunden. Plötzlich ist er wieder da und bedroht die Frau, die im Wagen ihres Mannes wegfährt. Der Angeklagte folgt dem Auto, und an einer Tankstelle nimmt ihn die Polizei fest. „Ich habe dem Mann nichts getan, dass er mich wie Müll behandelt. Ohne das Pfefferspray wäre ich nicht aus dem Auto rausgekommen“, schilderte die 51-Jährige. Der Mann des Opfers betätigte die Ausführungen seiner Frau, soweit er die Geschehnisse selbst mitbekommen hat. Und auch die Polizeibeamten unterstrichen die Aussage.
Ganz anders der Angeklagte, der in Kasachstan geboren ist und seit 2000 in Deutschlandland lebt. Er sei an jenem Abend ins Industriegebiet gefahren, um Kataloge abzuholen, schilderte er. Plötzlich habe die Frau am Straßenrand gestanden und ihm zugewinkt. Er habe angehalten, und die Frau habe sich zu ihm gesetzt. „Ich wusste nicht, was sie von mir wollte, ich wollte nichts von ihr“, meinte er. Für Richter Feit war nun der Zeitpunkt gekommen, den Angeklagten zu stoppen. Daraufhin sagte der 24-Jährige nur noch: „Ich habe ein kleines Kind zu Hause.“

Kein Zweifel an der Tat
Für die Staatsanwältin hat sich der Anklagevorwurf bestätigt. „Der Angeklagte wollte uns eine unglaubliche Geschichte auftischen. An der Aussage des Opfers besteht kein Zweifel.“ Sie forderte eine Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren, plus einer Geldbuße von 2000 Euro. Der Verteidiger meinte nur. So glasklar, wie die Staatsanwältin es sehe, sei die Sache wohl doch nicht. Einen Antrag stellte der Verteidiger nicht. Für das Schöffengericht stand klipp und klar fest: Der Angeklagte hat die Tat begangen. Es reduzierte den Antrag lediglich auf ein Jahr, um dem Familienvater eine Chance zu geben.



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