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Freitag, 06.05.2011:
Dortmund gibt seinen Modell-Strich auf
Der Dortmunder Straßenstrich sollte etwas Besonders sein: Ein Zukunftsmodell für Prostitution. Inzwischen ist die Gegend in der Hand von kriminellen Banden. Die Stadt schafft ihr eigenes Modell wieder ab.
Manche sprachen schon vom Dortmunder Modell: Ein Straßenstrich, gut ausgeleuchtet, mit einem Betreuungsbüro des katholischen Sozialdienstes. Die Prostituierten empfangen ihre Freier in speziellen Verrichtungsboxen. Container, deren Parkplätze durch Bastwände so voneinander getrennt sind, dass der Fahrer die Tür nicht öffnen kann – die Frau auf dem Beifahrersitz aber schon.
Doch zehn Jahre nach Beginn ist das Modell gescheitert. Statt wie zu Beginn 60 Prostitutierte arbeiten inzwischen 700 in der Gegend um die Ravensberger Straße. Der gute Ruf des Dortmunder Modells zog Delegationen aus der ganzen Welt an. Nach der EU-Osterweiterung kamen auch Frauen aus Rumänien und Bulgarien zum Arbeiten. Inzwischen sollen kriminelle Banden aus Osteuropa das Geschäft dominieren.
Der Strich liegt in einem Wohngebiet
Der Strich in der Dortmunder Nordstadt liegt mitten in einem Wohngebiet. Die Gegend hat in den vergangenen Jahren schwer an Renomee eingebüßt. Immer wieder kommt es zu Schießereien. „Der Jugendschutz und der öffentliche Anstand sind nicht mehr zu gewährleisten“, sagte Regierungspräsident Gerd Bollermann.
Am Donnerstag entschied die Bezirksregierung in Arnsberg, dass die Stadt den Straßenstrich abschaffen dürfe. Dafür spricht sie der Stadt erweiterte Befugnisse in der Kontrolle der Straßenprostitution zu – sie darf den Sperrbezirk auf das gesamte Stadtgebiet ausweiten. Damit darf keine Prosituierte mehr ihre Dienste auf der Straße anbieten. Die Verordnung tritt am 15. Mai in Kraft – einen Tag nach der Meisterfeier von Borussia Dortmund.
Anderen Großstädten droht jetzt ein Zustrom aus Dortmund. Prostituierte hatten angekündigt, nach Köln oder Essen abzuwandern. In Dortmund selbst könnte dagegen die illegale Straßenprostitution um sich greifen.
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