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Mittwoch, 16.03.2011:
Frauen zu sexuellen Handlungen gezwungen
Vorerst 20 Verhandlungstage sind angesetzt im Prozess gegen einen 48-jährigen Mann, der für eine Serie von Überfällen auf Prostituierte vom Straßenstrich an der Brühler Landstraße verantwortlich sein soll.
Köln - Vorerst 20 Verhandlungstage sind angesetzt im Prozess gegen einen 48-jährigen Mann, der für eine Serie von Überfällen auf Prostituierte vom Straßenstrich an der Brühler Landstraße verantwortlich sein soll. In fünf Fällen soll er Frauen gegen ihren Willen zu sexuellen Handlungen gezwungen und vergewaltigt haben. Einer soll er die Geldbörse mit 70 Euro gestohlen und einem weiteren Opfer die Handtasche mit Geld und Wertsachen entrissen haben.
Laut Anklage gab er sich als „normaler Kunde“ aus und ließ die Frauen in seinen Ford Fiesta einsteigen. Dann kam es regelmäßig zum Streit über die Bezahlung, der meist mit brutalen Handgreiflichkeiten des Angeklagten endete.
Die Frage, ob der 48-Jährige wirklich der Täter war, ist schwierig zu klären. Im Ermittlungsverfahren hatte der klein gewachsene Mann mit dunkler Brille, Schnurr- und Kinnbart keine Angaben gemacht. Auch jetzt vor Gericht verweigert er die Aussage.
Diese legale Art der Verteidigung zwingt die 9. Große Strafkammer des Landgerichts zu einem zeitaufwändigen Beweismittel-Puzzle, für das die geplanten 20 Prozesstage möglicherweise nicht ausreichen. Wie der Kammervorsitzende berichtete, wurde der Angeklagte wegen „vorsichtig gesagt eventuell gleich gelagerter Delikte“ in Italien zu fünf Jahren Haft verurteilt. Trotz Rechtshilfeersuchen sind die Akten dieses Prozesses noch nicht in Köln eingetroffen. Falls sie komplett übersetzt werden müssen, könnte der Prozess zu einem Mammutverfahren werden.
Schon die Ermittlungen der Polizei waren schwierig. Erst lag nur die Aussage einer überfallenen Prostituierten vor, die sich das Autokennzeichen des Peinigers gemerkt hatte. Es war zwar falsch, konnte aber rekonstruiert und dem Angeklagten zugeordnet werden. Weitere Ermittlungen ergaben, dass der 48-Jährige auch für einen Raubüberfall auf eine Prostituierte verantwortlich sein könnte. Aussagen weiterer Frauen vom Straßenstrich fügten sich dann zu einer Beweislage zusammen, die zur Anklage führte. Der Prozess wird fortgesetzt.
http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1296684290920.shtml
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