Nur mit einem Selbstmordversuch hat sich eine 18 Jahre alte Frau in Hamburg aus den Fängen zweier Zuhälter befreien können. Beamte des Mobilen Einsatzkommandos (MEK) und des Landeskriminalamts verhafteten die beiden mutmaßlichen Menschenhändler am Donnerstag in ihren Wohnungen in Hamburg-Neustadt und Quickborn (Kreis Pinneberg).
Die 30 und 57 Jahre alten Männer sollen die junge Frau zwei Jahre lang - 2008 und 2009 - wiederholt sexuell missbraucht und körperlich misshandelt haben, wie eine Polizeisprecherin am Freitag sagte. "Danach wurde sie unter ständiger Überwachung genötigt, für die Beschuldigten der Prostitution nachzugehen." Fast das ganze Geld, das sie dabei verdiente, musste sie den Männern geben.
Als die 18-Jährige immer wieder wegen Lappalien geschlagen wurde, versuchte sie, sich das Leben zu nehmen, und kam in ein Krankenhaus. Das Landeskriminalamt nahm Ermittlungen auf, die sich allerdings verzögerten, weil es dem Opfer psychisch so schlecht ging. Den Beamten gelang es dann aber, die Verdächtigen zu identifizieren.
Die Ermittler durchsuchten am Donnerstag auch die Wohnungen der beiden Männer. In den Räumen des 30-Jährigen beschlagnahmten sie 14 600 Euro Bargeld, zwei Schlagringe und ein Gewehr. In der Wohnung des 57-Jährigen entdeckten sie einen Revolver und eine Pistole samt Munition.
Erst am Dienstag hatte es einen MEK-Einsatz gegen einen mutmaßlichen Menschenhändler gegeben. Die Beamten setzten einen 37-Jährigen fest, der eine junge Frau in Hamburg jahrelang mit Gewalt zur Prostitution gezwungen haben soll. Auch sie hatte sich zuvor in einem günstigen Moment selbst befreien können.