<< Zurück zur News-Übersicht
Sonntag, 18.07.2010:
Hamburgs neuer Pate
Eine blutige Schießerei, eine spektakuläre Hochzeit und ein glücklicher Zufall: Wie es „Albaner-Toni“ in 20 Jahren im Rotlicht-Milieu nach ganz oben schaffte.
Der Mann im besten Alter sitzt braun gebrannt auf der Terrasse des Luxusrestaurants Tarantella am Stephansplatz. Sein schwarzes Bentley-Cabrio hat er mitten auf dem Gehweg geparkt. Das Hemd bis zum Bauchnabel aufgeknöpft, telefoniert er mit dem Handy, trinkt Kaffee und wirkt dabei wie der Pate aus einem Mafia-Film. Doch der 50-Jährige ist kein Schauspieler. Und doch spielt er in Hamburg eine gewichtige Rolle: Er ist der Rotlichtpate! Sein Name Sadri L., im Milieu besser als „Albaner-Toni“ bekannt.
Rückblende: Vor 20 Jahren sitzt Toni im Bordell „Club Sabrina“ an der Eimsbütteler Waterloostraße und nippt an einem Whiskey. Kurz vor 3 Uhr nachts geht ein hagerer Typ auf Toni zu, zieht einen schweren Revolver und schießt. In letzter Sekunde dreht sich das Opfer zur Seite. Die Kugel durchschlägt seinen linken Arm und trifft seinen Bauch. Toni überlebt knapp und sinnt auf Rache.
Er weiß genau, wer geschossen hat: der „Kölner Klaus“ (36), ein Zuhälter, dem er vor einiger Zeit bei einer Prügelei um eine Prostituierte den Kiefer gebrochen hatte. Albaner-Toni will unbedingt Vergeltung, wird von der Polizei nach seiner Genesung mit zwei scharfen Pistolen erwischt. Auch „Klaus“ sinnt auf Vergeltung. Die Ermittler fassen ihn, bevor er sich rächen kann. Das milde Urteil: zwei Jahre, neun Monate. 1994 stirbt Klaus K. an Aids.
Da ist Toni im Milieu schon auf dem Weg nach ganz oben. Im Windschatten des Osmani-Clans baut er seine Macht aus. Er dealt mit deutschen Kiez-Größen, sucht sich Partner bei den Hells Angels und vermeidet peinlichst jeden Ärger mit der Polizei. 2005 schließlich heiratet Albaner-Toni in den Osmani-Clan ein, die Hochzeitsfeier im Hotel Atlantic kostet mehr als 100000 Euro. Ein Klacks für den Rotlicht-Paten. Erst wenige Monaten zuvor hatte er mit dem „Babylon“ an der Süderstraße Hamburgs größten Puff eröffnet.
Nach MOPO-Informationen ist er außerdem an folgenden „Einrichtungen“ maßgeblich beteiligt: am „Laufhaus“ und am „Paradise Point of Sex“ an der Reeperbahn. Zudem am Nobel-Bordell „VIP-Club“ am Lokstedter Steindamm, am Nobelbordell „Relax“ am Pulverteich, am Saunaclub „Atmos“ in Harburg und am „Modell“-Haus am Hammer Deich. Dazu diverse Wohnungen für Prostituierte an Bahrenfelder Chaussee und Gaußstraße. Außerdem hat der 50-Jährige einen Saunaclub in Berlin. Regelmäßig holt sich Toni Bares aus seinen „Läden“ und schickt es an „Felix“ Osmani.
Fast zwei Jahrzehnte war der Clan-Chef der Osmanis im Hamburger Rotlicht-Milieu unangefochten die Nummer eins. Doch nach der Verurteilung seiner Brüder Bashkim und Burim zu Haftstrafen meidet er Hamburg, lebt in Osteuropa. Die Macht in Hamburg übernahm Toni.
Mit Risiko: Denn wer sich im Milieu bewegt, der lebt gefährlich. Das musste Toni im Oktober 2009 schmerzlich realisieren: Er war nach einer Zechtour von kleinen Ganoven fast totgeschlagen worden. Ein Verdächtiger wurde mangels Beweisen freigesprochen. Er soll die Stadt aus Angst vor Tonis Rache fluchtartig verlassen haben.
Köln –
Eine scharfe Maschinenpistole, Dutzende Schuss Munition,... [mehr]
Köln –
Die russische Piloten-Crew traute ihren Augen nicht, als sie... [mehr]
Koblenz - Am Mittwoch, 28.03.2012 gegen 0.16 Uhr, überfielen zwei... [mehr]
Wenn Inhaber Christoph Groth heute die Hennigsdorfer Escobar... [mehr]
Vor einem Essener Bordell hat es in der Nacht zu Samstag eine... [mehr]
Von DIMITRI SOIBEL und SEBASTIAN ECKERT
Bonn – Hure ist alles andere... [mehr]
Eine 38-jährige Prostituierte wurde am Dienstagmorgen in der... [mehr]
DOLLENDORF. Der Planungs- und Umweltausschuss hat grünes Licht für... [mehr]
Wird das altehrwürdige Schloss Gymnich etwa bald zum frivolen... [mehr]
Bonn –
Prostituierte müssen seit einem Jahr Steuern zahlen. Für die... [mehr]