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Samstag, 08.10.2011:
Harte Linie gegen Rocker
Mit mehr Präsenz auf den Ringen will die Polizei einen drohenden Rockerkrieg zwischen Hells Angels und Bandidos verhindern. „Wir werden die Gruppen so lange in ihrem Handeln stören, bis sie die Stadt verlassen“, kündigte Kriminaldirektor Becker an.
Mit starker Präsenz auf den Ringen will die Polizei einen drohenden Rockerkrieg zwischen Hells Angels und Bandidos in der Innenstadt verhindern. Bis auf Weiteres sollen Beamte der Bereitschaftspolizei in den Wochenendnächten sowie in den Nächten vor Feiertagen zwischen Rudolfplatz und Friesenplatz patrouillieren. „Wir werden die Gruppen so lange in ihrem Handeln stören, bis sie die Stadt verlassen“, kündigte Kriminaldirektor Stephan Becker eine kompromisslose Linie an.
Seit das bundesweit geltende freiwillige Friedensabkommen zwischen Bandidos und Hells Angels Ende Mai abgelaufen ist, spitzt sich der Konflikt zwischen den Gruppen wieder deutlich zu – auch in Köln, wo bislang nur die Angels präsent waren. „Aber seit kurzem zeigen die Bandidos, die die Stadt bislang gemieden haben, Flagge und machen Gebietsansprüche geltend“, berichtet Becker.
An den Wochenenden fahren die Rocker mit ihren Motorrädern Kolonne über die Ringe oder streifen zu Fuß in ihren Kutten über die Partymeile, um Stärke zu demonstrieren. Zuletzt gründeten die Bandidos einen eigenen Ableger – „Chapter“ – in Köln. Auch in Leverkusen sind sie mit zwei Niederlassungen vertreten. Ein Clubheim haben die Bandidos bislang aber weder in Köln noch in Leverkusen eröffnet. Laut Polizei ist die Gruppe in der Lage, innerhalb kurzer Zeit bis zu 50 Mitglieder auch aus umliegenden Städten in Köln zusammenzutrommeln.
Mindestens doppelt so viele Männer rechnet die Polizei dem harten Kern der Hells Angels in Köln zu. Ein beliebter Treffpunkt der Angels ist das Lokal „Grün Eck“ am Friesenwall.
Vor drei und vor vier Wochen standen sich Mitglieder beider Rockergruppen jeweils auf den Ringen gegenüber. Mit einem Großaufgebot, das mitten in der Nacht eilig aus Köln und umliegenden Behörden zusammengerufen wurde, konnte die Polizei eine Eskalation verhindern. Schon mehrfach stellten die Beamten bei Kontrollen der Rocker oder ihrer Unterstützer gefährliche Schlagwerkzeuge sowie Pfeffer- und Bärenabwehrspray sicher. Um direkte Konfrontationen künftig vorzubeugen und das Sicherheitsgefühl der unbeteiligten Discobesucher zu erhöhen, verstärkt die Polizei jetzt an bestimmten Tagen ihr Kontingent auf den Ringen.
„Wir werden alle straf- und verkehrsrechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen“, kündigt Kriminaldirektor Becker an – diese reichten von Personen- und Fahrzeugkontrollen bis zu Platzverweisen und Strafanzeigen.
„Die Ringe sind eine Partymeile für die Kölner und kein Tummelplatz für Rocker“, stellt Becker klar. Allein durch ihre zahlenmäßig starke Anwesenheit und ihr martialisches Erscheinungsbild bekomme der normale Bürger Angst und meide die Bereiche, in denen Bandidos und Angels sich aufhalten. Becker: „Das dulden wir nicht.“
Derweil hat sich ein weiteres Problem, das den Konflikt zeitweise noch zu verschärfen drohte, inzwischen erledigt: Mit den Mongols hat sich kürzlich eine dritte
Rockergruppe aus Köln zurückgezogen. Nach nur wenigen Monaten haben die Kuttenträger die Stadt schon wieder verlassen – offenbar wegen des hohen Kontrolldrucks der Polizei. Die Ermittler hatten befürchtet, dass die Mongols ebenfalls eine führende Rolle im Geschäft um Prostitution, Waffen- und Drogenhandel übernehmen wollten.
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