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Freitag, 23.07.2010:
Staatsanwaltschaft klagt Hells Angel an
Er soll mit einem Revolver durch die geschlossene Haustür auf ein Spezialeinsatzkommando der Polizei gefeuert haben, ein Beamter starb: Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Hells Angel Karl-Heinz B. erhoben - wegen Mordes.
Koblenz - Nach den tödlichen Schüssen auf einen Beamten des Spezialeinsatzkommandos (SEK) Rheinland-Pfalz im März hat die Staatsanwaltschaft Koblenz gegen den Tatverdächtigen Anklage wegen Mordes erhoben. Dem Hells Angel Karl-Heinz B., 44, wird vorgeworfen, am 17. März den 42 Jahre alten Polizisten Manuel K. mit einem gezielten Schuss getötet zu haben, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte.
Der Polizist sollte gemeinsam mit Kollegen das Wohnhaus des Mannes durchsuchen. Während die Beamten versuchten, die Wohnungstür zu öffnen, feuerte der Rocker den Ermittlungen zufolge ohne Vorwarnung zwei Schüsse durch die geschlossene Tür ab. Davon traf zumindest ein Schuss den Beamten tödlich.
Laut Staatsanwaltschaft drückte der Rocker ab, weil er einen Einbrecher vermutete und den vermeintlichen Eindringling nicht als Polizisten erkannte. Einen früheren Einbruch bei ihm soll er als "persönliche Kränkung" empfunden haben. Der Mann habe deshalb den Dieb für den Einbruchsversuch "bestrafen" wollen. Er befindet sich seither in Untersuchungshaft.
Hintergrund der Hausdurchsuchung waren mutmaßliche Straftaten im Rotlichtmilieu. Karl-Heinz "Kalli" B., der dem Bonner Charter der Angels angehört, wird weiterhin verdächtigt, gemeinsam mit zwei weiteren Hells Angels sowie drei Frauen aus dem Westerwald und Nordrhein-Westfalen auch an einer versuchten räuberischen Erpressung eines Fitnessstudios in Neuwied beteiligt gewesen zu sein.
Der Angeklagte war zuletzt als Konditormeister tätig, ist inzwischen aber berufsunfähig und bezieht Rente. Ihm droht bei einer Verurteilung eine lebenslange Haftstrafe. Ein Termin zur Hauptverhandlung vor dem Landgericht Koblenz steht noch nicht fest.
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