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Donnerstag, 14.04.2011:
Student verdiente als Zuhälter
Die Kölner Polizei hat einen 30-jährigen Medizinstudenten festgenommen, der sich sein Studium finanziert hat, indem er eine 22-Jährige zur Prostitution gezwungen hat. Eine andere Frau soll er bedroht und vergewaltigt haben.
Köln - Wenige Tage nach seinem Staatsexamen hat die Polizei einen Medizinstudenten (30) aus Köln festgenommen. Der angehende Arzt studiert an der Universität in Bonn, in einer Bonner Klinik hat er kürzlich sein praktisches Jahr absolviert. Sein Studium soll er sich finanziert haben, indem er eine Frau (22) zur Prostitution zwang. Ihre gesamten Einnahmen musste sie dem Studenten abgeben. Wenn sie mal an einem Tag keine vierstellige Summe vorweisen konnte, soll er sie geschlagen und bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt haben. Eine andere Frau (26) soll er bedroht und vergewaltigt haben.
Geld floss auf Nummernkonto
Der mutmaßliche Zuhälter studiert nicht nur Medizin, sondern betreibt auch einen schicken Club im Mediapark. Dort soll er eine der Frauen kennengelernt und zunächst eine Liebesbeziehung aufgebaut haben. Nach einiger Zeit habe er sie mit Gewalt gezwungen, in Bordells anschaffen zu gehen. Die 22-Jährige habe er sogar genötigt, ihr Studium aufzugeben, um rund um die Uhr Freier bedienen zu können. Vor zwei Jahren vermittelte er die junge Frau nach Erkenntnissen der Polizei an ein Edel-Bordell in der Schweiz. Zunächst habe sein Opfer die Einnahmen in Höhe von mehreren Zehntausend Euro am Zoll vorbei nach Deutschland schmuggeln müssen. Um kein unnötiges Risiko einzugehen, habe er schließlich ein Nummernkonto eingerichtet, auf das die Frau einzahlen musste.
Der Mann soll sein Opfer laut Polizei durch erhebliche Gewaltanwendung gefügig gemacht haben. In ihrer Vernehmung berichtete die Frau von Schlägen und Prügelattacken. Bereits im Mai 2009 hat sich die 22-Jährige von ihrem Peiniger getrennt, erst ein Jahr später hatte sie den Mut, ihn anzuzeigen. Die 26-Jährige hatte den Medizinstudent sofort wegen versuchter Zuhälterei, Bedrohung und Körperverletzung angezeigt, nachdem er ihr seine "Geschäftsidee" eröffnet hatte. Als der Mann Post von der Polizei bekam, lauerte er der Frau auf und nötigte sie, die Anzeige zurückzuziehen. Mit Erfolg.
Nach der Festnahme des Verdächtigen haben die Opfer nun neuen Mut gefasst. Sie haben umfassend von den Gewalttätigkeiten des Clubbetreibers erzählt. Der Medizinstudent soll die 26-Jährige in seinem Club sexuell belästigt und auch vergewaltigt haben. Nun muss er sich nicht nur wegen Vergewaltigung verantworten, sondern auch wegen räuberischer Erpressung, Freiheitsberaubung und Körperverletzung.
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