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Mittwoch, 12.10.2011:
Verdacht auf Zuhälterei und Förderung von Prostitution
Duisburg/Dinslaken. Die Liste der Straftaten, die Georgios D. vorgeworfen werden, ist lang. Der 51-jährige Grieche, der zuletzt in Dinslaken wohnte, muss sich wegen Zuhälterei, Förderung der Prostitution, Körperverletzung und mehr derzeit vor dem Landgericht Duisburg verantworten.
Mehr als eine halbe Stunde benötigte der Staatsanwalt, um die umfangreiche Anklage vorzulesen. Danach soll D. zwischen Januar 2004 und Mai 2008 in zahlreichen Fällen junge Frauen, vorzugsweise aus Russland, nach Deutschland eingeschleust und sie zur Prostitution in Großbordellen in Düsseldorf und Duisburg gezwungen haben.
Einige der Frauen sollen per in Dänemark geschlossener Scheinehen an ein Aufenthaltsrecht gekommen sein. Um geschickte Angebote soll der Angeklagte nicht verlegen gewesen sein. Dem einen Opfer soll er vorgeheuchelt haben, er wolle ihr das Land zeigen, eine andere junge Dame soll mit dem Angebot gelockt worden sein, sie könne als Tänzerin arbeiten.
Die Wahrheit sah anders aus. Die Anklage wirft D. vor, mehrere der Opfer massiv unter Druck gesetzt zu haben, bevor sie aus Angst vor Drohungen und Schlägen einwilligten, im Bordell am Bahndamm in Düsseldorf oder im Groß-Laufhaus an der Duisburger Vulkanstraße dem horizontalen Gewerbe nachzugehen – 12 bis 16 Stunden am Tag.
Den Großteil der Einnahmen soll der Angeklagte, der ein strenges Regiment geführt haben soll, in die eigene Tasche gesteckt haben.
Der kommentierte die Vorwürfe mit den Worten: „Das meiste stimmt nicht.” So hätten nur einige der in der Anklage aufgeführten Frauen tatsächlich für ihn gearbeitet. Und Gewalt habe er nie angewandt.
„Ich bin kein Waisenknabe.”, betonte D. „Aber ich bin sehr interessiert daran, dass hier die Wahrheit ans Licht kommt.”
Für das Verfahren sind zunächst vier weitere Verhandlungstage angesetzt.
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