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Freitag, 14.01.2011:

Verrichtungsgelände für Strich

 Für die Gegner der Straßenprostitution ist es immer nur ein Kompromiss, in jedem Fall aber eine Verbesserung zur bisherigen Situation: Der Bonner Straßenstrich hat nun ein eigenes Verrichtungsgelände.
Auf eigene Kosten hat die Stadt an der Immenburgstraße ein Gelände so umgebaut, dass die Damen des horizontalen Gewerbes sich mit ihren Kunden aus dem allgemeinen Straßenverkehr zurückziehen können. Die sechs Stellplätze für Autos sind mit Sichtschutzwänden voneinander getrennt und liegen uneinsehbar etwa einhundert Meter abseits von der Straße. Um dennoch die Sicherheit der Prostituierten zu gewährleisten, wird während der Öffnungszeiten von 20 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. unmittelbar neben den Stellplätzen ein Wachmann seinen Dienst in einem eigenen Wachcontainer versehen. Fühlt sich eine der Damen bedroht, kann sie unmittelbar neben der Beifahrerseite der parkenden Autos auf einen Notfallknopf drücken und so den Wachmann informieren. In einem weiteren Container gibt es Toiletten, Waschbecken und Sitzplätze, auf denen zweimal pro Woche Mitarbeiter caritativer Einrichtungen und des Gesundheitsamts über Hilfsangebote für Frauen in Not informieren und Ansprechpartner vermitteln werden. "Anbahnen" dürfen die Damen ihre Geschäfte ausschließlich auf einem etwa 400 Meter langen Abschnitt der Immenburgstraße. "Das ganze restliche Stadtgebiet ist Sperrbezirk", stellte der städtische Beigeordnete Wolfgang Fuchs klar. Dies werde die Stadtverwaltung auch mit Kontrollen sicherstellen. Die Eröffnung der Verrichtungsgeländes zu Jahresbeginn habe jedoch bereits gezeigt, dass das Gelände von den Prostituierten - nach Schätzungen der Stadt gehen etwa 100 Frauen dieser Arbeit nach in Bonn - angenommen werde. Anlieger der umliegenden Straßen hatten sich über die Straßenprostitution beschwert, was angesichts der Umstrukturierung des Umfelds verständlich sei, so Fuchs: Wo früher Schrottplätze das Bild prägten, sind heute Universitätsinstitute, IT-Firmen, Elektronik-Händler und Lebensmittelmärkte ansässig. Kosten lässt sich die Stadt die Miete des Geländes jährlich 65000 Euro, mit 54000 Euro für den Wachdienst. Doch es wird auch Einnahmen geben: Seit Neujahr gibt es eine neue Vergnügungssteuer, zu zahlen von denen, die dem Sex-Gewerbe nachgehen. Etwa 300 000 Euro "Sexsteuer" will die Stadt damit jährlich einnehmen, so die erste Schätzung.



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