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Dienstag, 06.07.2010:
Videoüberwachung an Hamburger Reeperbahn auf dem Prüfstand
In den drei Jahren seit dem Beginn der Videoüberwachung an der Hamburger Reeperbahn hat die Zahl einiger Delikte zugenommen. Im Jahr vor Errichtung des Kontrollbereichs hätten die Beamten 182 gefährliche und 369 einfache Körperverletzungen erfasst. Drei Jahre später seien es 239 beziehungsweise 646 Fälle gewesen, geht laut einem Bericht des Hamburger Abendblatts aus einer Wirksamkeitsanalyse des Innensenators hervor. Die Zahl der Drogendelikte sei in dem Bereich aber um 38 Prozent zurückgegangen. "Das Ziel der Reduzierung des Fallaufkommens insgesamt in dem Bereich der Reeperbahn ist in den ersten drei Jahren der Überwachung nicht erreicht worden", heißt es demnach in der Analyse.
Die Polizei überwacht seit Ende März 2006 mit zwölf Kameras die Reeperbahn zwischen Pepermölenbek und Helgoländer Allee. Um eine mögliche Verdrängung des Verbrechens in das Umfeld des Videobereichs zu überprüfen, registriert die Polizei auch die Zahl der Straftaten in der direkten Umgebung, Kontrollbereich genannt. Hier sei die Zahl der Drogendelikte um 33 Prozent gesunken, die der schweren und gefährlichen Körperverletzungen hätten um 38 Prozent, die einfachen Körperverletzungen um 46 Prozent zugenommen.
Laut Innenbehörde habe die Videoüberwachung zusammen mit der erhöhten Polizeipräsenz eindeutig zur Aufhellung des Dunkelfeldes beigetragen. Eine sehr große Zahl von Straftaten seien durch die Videobilder aufgeklärt worden. Auch würden mehr Taten angezeigt und dadurch bekannt. Für den Bereich der Körperverletzungsdelikte sei ein Abschreckungseffekt aber in der Regel eher unwahrscheinlich. Antje Möller, Innenpolitikerin der in Hamburg mitregierenden GAL, sieht laut einem Bericht der tageszeitung (taz) ebenfalls eine "Dunkelfeldaufhellung" von Straftaten, allerdings keine "präventiven Effekte". Christiane Schneider von der Linkspartei kritisiert die Videoüberwachung an der Reeperbahn als einen unverhältnismäßigen Eingriff in die Grundrechte. Hier könne der Senat einmal im richtigen Ende sparen.
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